10/2018-12/2019 Prof. Dr. Erika Feldhaus-Plumin

Das Forschungsprojekt beinhaltet die Evaluation und wissenschaftliche Begleitung der Clearingstelle für nichtkrankenversicherte Menschen Berlin, die im September 2018 von der Berliner Stadtmission eröffnet wurde.

Ziel der durch die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung finanzierte Clearingstelle in Verbindung mit dem Notfallfonds ist die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung für Nichtversicherte, die entweder um die Möglichkeiten der Ansprüche für ihre medizinische Versorgung nicht wissen, einen bestehenden Leistungsanspruch nicht in Anspruch nehmen wollen, können oder keinen Anspruch haben.


Ziel der Beratung in der Clearingstelle ist die Klärung, ob eine Vermittlung in die Regelversorgungssysteme erfolgen kann. Dies beinhaltet die Prüfung, ob ein Zugang zum Krankenversicherungssystem in Deutschland nach SGB V möglich ist oder ob ein Anspruch nach den Leistungssystemen des SGB II, SGB XII oder AsylbLG besteht. Die sozial- und aufenthaltsrechtliche Beratung soll ggf. außerdem klären, ob und wie eine Offenlegung der Identität erfolgen kann und mit welchen rechtlichen Folgen zu rechnen ist.
Mit hoher studentischer Beteiligung, u.a. durch Qualifikationsarbeiten, werden mit einem Mixed Methods Ansatz aus qualitativer und quantitativer Forschung die verschiedenen Ebenen der Arbeit der Clearingstelle evaluiert.
So wird Leonie Gerhard aus dem Studiengang Bachelor of Nursing in ihrer Bachelorarbeit die Arbeitsprozesse der Clearingstelle im Aufbau untersuchen.
Marlen-Charlot-Breitkreutz und Clarissa Schweizer aus dem Masterstudiengang Leitung – Bildung – Diversität beschäftigen sich in ihrer Masterthesis mit potentiellen Kooperationen der Clearingstelle.
Der Ansatz der partizipativen Forschung ermöglicht der Clearingstelle, die jeweiligen Zwischenergebnisse in den Aufbau der Clearingstelle einzubinden sowie drängende Fragen und bisherige Erfahrungen mit in die prozesshafte Forschung einzubringen.